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Juventus Turin stand gestern Abend schon mit einem Bein im Viertelfinale – und das gegen den anscheinend so übermächtigen FC Bayern. Im eigenen Stadion lag man lange Zeit 0:2 hinten, bevor Robert Lewandowski den Anschlusstreffer in der 73. Minute schoss. Thomas Müller rettete den FC Bayern München dann mit dem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit (91. Minute) in die Verlängerung. Für viele war es mal wieder der berühmt berüchtigte Bayern-Dusel. Mit Glück und Dusel hat der späte Ausgleich jedoch nichts zu tun.

Bayern-Dusel oder steckt doch mehr dahinter?Kaum eine Fußballmannschaft entscheidet Spiele in den letzten Minuten so oft zu ihren Gunsten, wie der FC Bayern München. Auch gestern Abend gegen Juventus Turin war der FC Bayern eigentlich schon draußen aus der Champions-League. Bis zur 70. Minute lag die Mannschaft von Pep Guardiola 0:2 gegen defensiv stark spielende Turiner hinten. Torchancen der Offensivabteilung des FC Bayern München waren Mangelware. Immer wieder ist man gegen eine Mauer bestehend aus Spielern von Juventus Turin angelaufen. Dennoch viel der wichtige Anschlusstreffer in der 73. Minute und in der letzten Minute der Nachspielzeit köpfte Thomas Müller zum 2:2 Ausgleich ein.

Vertrauen in die eigene Stärke und Glaube an sich selbst

Viele Beobachter reden nun wieder vom Bayern-Dusel oder von Glück. Jedoch hatte der FC Bayern eines gestern Abend nicht: Glück. Die Mannschaft von Pep Guardiola hat sich den späten Ausgleich und den Sieg in der Verlängerung verdient. Jeder Spieler der Bayern hat bis zum Ende daran geglaubt noch ein Tor zu schießen. Mann ist nicht nervös geworden oder hat gar Angst vor dem Ausscheiden aus der Champions-League bekommen. Nein, man hat der eigenen Stärke vertraut und konzentriert weiter gespielt. Weil jeder Spieler sich über die eigenen Fähigkeiten und auch die Fähigkeiten der ganzen Mannschaft bewusst waren. Hier liegt der Unterschied zu vielen anderen Mannschaften. Viele durchschnittliche Teams glauben ab der 85. Minute nicht mehr an sich und die eigenen Fähigkeiten. Man lässt den Kopf hängen und findet sich mit der drohenden Niederlage ab.

Mentale Stärke des FC Bayern macht späten Ausgleich möglich

Unter solchen mentalen Gegebenheiten können wir jedoch nicht unser volles Leistungspotenzial abrufen. Ein starker Leistungsabfall ist die Folge. Die Spieler des FC Bayern haben so aber nicht reagiert und alles gegeben, bis zum Ende – und das Spiel ist eben erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Vielleicht hat Juventus Turin auch ein paar Prozent nachgelassen, als die offizielle Spielzeit vorbei war und die Nachspielzeit angefangen hat. Sicher hat der eine oder andere Spieler gedacht, dass sie 2:1 gewinnen und Bayern kein Tor mehr schießt. Wer sich hier mental schon als Sieger gesehen hat, ist nicht mehr in der Lage die maximale Konzentration zu entfachen. Das Ergebnis sind kleine Fehler, die zu Nachlässigkeiten führen.

Spielerisch war der FC Bayern München gegen Juventus Turin sicher nicht überlegen, mental hat die Mannschaft von Pep Guardiola aber wieder einmal gezeigt, dass sie im Kopf extrem stark ist, Charakter hat und sich zu keiner Zeit aufgibt. Und das ist eben auch das, was die großen Spieler ausmacht. Spiele zu gewinnen, die eigentlich schon verloren sind.


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