Skip to main content

Angelique Kerber, Nico Rosberg und Fabian Hambüchen – Für mich persönlich die drei besten Sportler 2016. Nicht allein wegen ihrer überragenden sportlichen Leistungen, sondern vielmehr auch wegen ihrer mentalen Leistung und Entwicklung. Nummer 1 der Tenniswelt, Formel 1-Weltmeister und Olympiasieger – So unterschiedlich die Erfolge auch sind, in einem Punkt haben alle das Gleiche geleistet: Sie waren in den wichtigen Momenten da – und haben ihre absolut beste Leistung abgerufen, und zwar unter enormen Drucksituationen.

 

Die Mental- und Motivationsstrategien der Sportler des Jahres 2016 - Keynote Speaker Markus Czerner nimmt Stellung

Angelique Kerber – Durch mentale Transformation zur Nummer 1 der Tenniswelt

Grand Slam-Sieg bei den Australien Open, Grand Slam-Sieg bei den US-Open und die Nummer 1 der Tenniswelt – Kerber war dieses Jahr erstmals in ihrer Karriere in der Lage, mit dem Druck von Außen, aber auch mit den eigenen Erwartungen umzugehen. Sie ist nicht eingebrochen, als es darum ging, die beste Leistung abzurufen. Sie war da, hat ihre Chance genutzt und in den wichtigen Momenten ihr bestes Tennis gezeigt. Genau diese Dinge haben ihr zuvor in ihrer Karriere gefehlt. Wie Sie das geschafft hat? Sie hat ein Schlüsselerlebnis genutzt, um ihren Fokus zu ändern.

Schritt für Schritt-Denken als Schlüssel zum Erfolg

Angelique Kerber hat 2016 ihren Fokus geändert und gibt den Dingen eine neue Betrachtungsweise. Erfolgsdruck lässt sie nicht mehr zu und sie ist so fokussiert, wie nie zuvor – und zwar auf das Hier und Jetzt. Kerber hat es geschafft, sich mental nur noch auf das zu konzentrieren und fokussieren, was unmittelbar vor ihr liegt. Alles andere hat keinen Platz mehr in ihrem Kopf. Von Punkt zu Punkt denken, das große Ganze ausblenden – es hat sie zur Nummer 1 der Tenniswelt gemacht. Bei den Australian Open hat sie Serena Williams in einem hochklassigen Finale niedergerungen. An den Titel und ihren womöglich ersten Grand Slam-Sieg hat sie nicht gedacht – dieses große Ganze hat sie mental völlig ausgeblendet.

Ihr Fokus: Punkt für Punkt spielen und bei jedem Punkt das Maximum geben. Gedanken wie „ich kann das Turnier gewinnen“ führen zu mentalen Drucksituationen, die uns in unserer kompletten Handlungsfreiheit bremsen. Das Resutat sind schlechte Leistungen, weil der Fokus nicht stimmt. Wir können nur maximale Leistung erbringen, wenn wir gedanklich zu 100 % bei dem sind, was wir gerade tun.

Nico Rosberg: Mit dem richtigen Fokus zum Formel 1-Weltmeister

Nico Rosberg hatte ein großes Ziel: Formel 1-Weltmeister werden. Ja, er hatte dieses Ziel im Kopf. Nein, er war nicht darauf fokussiert. Rosberg hat sich vom Saisonstart 2016 an immer nur von Rennen zu Rennen gedacht. War bestrebt an jedem Rennwochenende sein absolut Bestes zu geben. Gedanken an einen etwaigen Gewinn der Weltmeisterschaft hat er nicht zugelassen. Besonders sichtbar wurde dies nach seinem Rennsieg in Suzuka als klar war, dass er aus eigener Kraft Weltmeister werden konnte. Von diesem Zeitpunkt an musste er nur noch Zweiter werden, brauchte keinen Sieg mehr, um den Titel zu holen. Hätte er sich darauf fokussiert nur noch Zweiter zu werden, hätte er den Weltmeistertitel nicht gewonnen. Er wäre gescheitert – und zwar an seinem Kopf. Aber er ist seinem Fokus treu geblieben und auch hier versucht, jedes Rennen zu gewinnen. Rosbergs unglaubliches Überholmanöver gegen Max Verstappen im letzten Rennen in Abu Dhabi hat diesen Fokus besonders unter Beweis gestellt. Ein Dritter Platz hätte gereicht, aber Rosberg fuhr auf Sieg – am Ende stand dann der Weltmeister-Titel.

Fabian Hambüchen: Olympiasieg unter den gegebenen Bedingungen fast unmenschlich

Letztlich gilt das Gleiche für Fabian Hambüchen, der am Reck in Rio de Janeiro Olympiasieger geworden ist. Jedoch waren die Umstände ein wenig anders. Bereits vor den olympischen Spielen stand für Hambüchen fest, dass es sein letzter Wettkampf sein wird, er seine Karriere nach den Spielen beenden wird. Drei Wochen vor Olympia war überhaupt noch gar nicht klar, ob er auf Grund einer Verletzung starten kann. Sein großes Ziel, nämlich eine Goldmedaille bei den olympischen Spielen, hatte er noch nicht erreicht – und die Spiele in Brasilien waren seine Letzten. Und Fabian Hambüchen hat in seinem letzten Wettkampf seiner Karriere gleichzeitig die beste Leistung seiner Karriere abgerufen und die Goldmedaille gewonnen. Dieses eine Ziel, Gold bei Olympia, hat er mental völlig ausgeblendet und war nur auf seine beste Leistung fokussiert. Hätte er während des Wettkampfes auch nur einen Moment an dieses eine große Ziel gedacht, er hätte wahrscheinlich einen Fehler gemacht und die Goldmedaille nicht gewonnen. Er hatte diese eine Chance – und die hat er genutzt – mit dem richtigen Fokus!

Was können Sie von Kerber, Rosberg und Hambüchen lernen?

Was Kerber, Rosberg und Hambüchen vorgemacht haben, lässt sich in alle Bereiche des eigenen Lebens transportieren – und zwar sowohl beruflich, als auch privat. Fokussieren Sie sich nicht ausschließlich auf das Ergebnis, welche Sie herbeiführen wollen. Vielmehr müssen Sie Ihren Fokus auf das legen, was Sie jetzt in diesem Augenblick machen. Natürlich müssen Sie ein Ziel festlegen, welches Sie erreichen wollen. Aber der viel wichtigere Schritt besteht darin, sich Gedanken darüber zu machen, mit welchen Handlungen Sie dieses Ziel erreichen können. Und von diesem Punkt an sollten Sie sich auch nur noch auf diese Handlungen konzentrieren. Druck entsteht nur durch unsere Gedanken, das Gleiche gilt für die Angst. Einzig und allein unsere Denkmuster sind für diese Gefühle verantwortlich. Und eben diese Gefühle hindern Sie daran, ihr volles Leistungspotential auszuschöpfen und abzurufen.


Ähnliche Beiträge