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RB Leipzig ist das Überraschungsteam der aktuellen Bundesligasaison. Aktuell sind die „roten Bullen“ mehr als nur ein Bayernjäger, sie sind punktgleich mit dem deutschen Rekordmeister und in der 1. Bundesliga noch ungeschlagen. Viele sind der Meinung, dass Geldgeber Red Bull hinter diesem Höhenflug steckt, ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass ganz andere Sachen für den Erfolg verantwortlich sind: Leidenschaft, Wille und Lust auf den Erfolg – Eigenschaften, die vielen Menschen fehlen, besonders in der Businesswelt.

RB Leipzig mischt die Bundesliga auf

RB Leipzig hat sich in der Fußball-Bundesliga einen Namen gemacht und ist nicht länger ein Aufsteiger, sondern an Aspirant für die Champions-League. Es gibt viele Kritiker, die das Imperium von Red Bull für diesen Erfolg verantwortlich machen, weil ja ach so viel Geld investiert wird. Dieser Standpunkt ist jedoch nicht korrekt. Es gibt weitaus mehr Mannschaften im deutschen Fußball, die wesentlich mehr in ihre Mannschaft investieren. Leipzig befindet sich da nur im Mittelfeld und auch die Spielergehälter sind bei RB Leipzig klar geregelt: Kein Spieler erhält ein höheres Jahreseinkommen als 3 Millionen Euro – in der Fußballwelt nicht wirklich viel. Die Strategie von RB Leipzig ist eine ganz andere: Nämlich ein junges, hungriges Team zu formen.

Junge und erfolgshungrige Spieler als Erfolgsstrategie

RB Leipzigs Strategie zeigt sich seit 10 Spieltagen, in denen die Mannschaft um Ralph Hasenhüttl ungeschlagen ist, immer und immer wieder:

  • Pure Leidenschaft
  • Lust am Spiel
  • Bereitschaft sich zu quälen
  • Absoluter Erfolgshunger

Jeder Spieler von Leipzig bringt genau diese vier Punkte auf den Platz – Geld spielt da für die Spieler überhaupt keine Rolle. Die Spieler sind jung und ehrgeizig. Sie wollen spielen, sie wollen siegen, sie wollen auf sich aufmerksam machen – und dafür sind sie eben auch bereit einen großen Aufwand zu betreiben. Leipzig ist das Team der Bundesliga, das aktuell am meisten Kilometer auf dem Rasen zurückgelegt hat. Die jungen Spieler sind hungrig und wollen mehr – ein Punkt, der dem FC Bayern derzeit ein wenig abhanden gekommen ist – der Erfolgshunger. Natürlich ist es schwer, nach 4 gewonnen Meisterschaften in Folge solch einen Hunger aufrecht zu erhalten, aber Pep Guardiola hat das schließlich in seiner Amtszeit auch hinbekommen.

RB Leipzigs Strategie ist es also nicht wahllos zig Millionen in die Mannschaft zu investieren, um immer bessere Spieler zu bekommen – vielmehr liegt die Stratgie darin, junge Spieler zu entwickeln und stetig auf ein höheres Niveau zu bringen. Ergebnisse sind in dem Verein aktuell zweitrangig. Die punktgleiche Tabellenführung mit dem FC Bayern ist sicherlich schön und ein riesen Erfolg, aber sicherlich nicht die Erwartungshaltung des Vereins – auch wenn es der 10. Platz wäre, wäre die Stimmung im Verein nicht schlecht. Dieser ist nach den Entwicklungen der letzten Monate jedoch mehr als unrealistisch. Leipzig kann es tatsächlich schaffen zumindest um die Herbstmeisterschaft mitzuspielen, denn die Spieler haben am Erfolg geleckt – und sie wollen mehr. Für dieses „Mehr“ ist jeder einzelne Spieler auch bereit mehr zu arbeiten als die Anderen, mehr zu laufen als die Anderen und härter zu trainieren als die Anderen – Eigenschaften, die junge, erfolgshungrige Menschen eben so mit sich bringen.

Was kann die Businesswelt davon lernen?

Viele Unternehmen sind bestrebt, die am besten qualifizierten Mitarbeiter einzustellen – was sicherlich nicht gänzlich verkehrt ist, jedoch können auch junge und unerfahrene Mitarbeiter durchaus ein Gewinn für das eigene Unternehmen sein. Junge, ehrgeizige Mitarbeiter, die Karriere machen wollen, bringen genau die Punkte mit, die aktuell die Mannschaft von RB Leipzig charakterisieren: Pure Leidenschaft, Lust am Spiel, die Bereitschaft sich zu quälen und eben der so wichtige Erfolgshunger. Viel Geld zu verdienen steht bei Mitarbeitern mit solch einer Einstellung eher im Hintergrund, zumindest am Anfang der eigenen Karriere. Junges und erfolgshungriges Personal ist eben auch bereit sich weiterzuentwickeln, neu hinzuzulernen und die eigenen Fähigkeiten Stück für Stück zu entfalten.

Finanzielle Anreize schaffen keine Motivation

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit einem Bonus oder sonstigen materiell ausgelegten Anreizen motivieren wollen, mehr Leistung zu erbringen, haben nicht erkannt, wie Leistung entsteht. Erster Schritt muss es sein, die eigene Motivation für etwas zu entfachen, für ein gemeinsames Ziel zum Beispiel. Eben diese Motivation kann nicht durch finanzielle Anreize entfachen, dem Bedarf es ein wenig mehr. Mitarbeiter müssen ihre persönlichen Karriereziele im Unternehmen erreichen können und diese sind sicherlich von Mitarbeiter zu Mitarbeiter verschieden. In dem Moment, wo eine berufliche Tätigkeit nur ausgeführt wird, um Geld zu verdienen, werden die Leistungen nicht überragend sein. Es mag sicher ein Anreiz sein, aber dieser Anreiz wird langfristig niemals Leidenschaft, Erfolgshunger und Siegeswillen entfachen – und genau das brauchen Unternehmen von ihren Mitarbeitern, wenn sie sich nicht mit „Durchschnitt“ zufrieden geben wollen – RB Leipzig macht es vor.


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