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Was Sterbende am meisten bereuen

Ich habe manchmal das Gefühl, wir sind der Meinung, dass wir noch ein zweites Leben haben, in dem wir alles das nachholen können, was wir im ersten Leben verpasst haben. Vielleicht gibt es ein Leben nach dem Tod, darauf verlassen würde ich mich nicht. Wir haben nur dieses eine Leben. Anstatt alles dafür zu tun, unsere Träume zu leben, dieses eine Leben einzigartig zu machen, und die wenige Zeit, die wir haben, so zu verbringen, wie es uns persönlich glücklich macht, verschwenden wir sie mit Dingen, die uns krank machen. Wir gehen einem Job nach, den wir nicht mögen, wir unterdrücken unsere Träume, wir leben mit einem Partner zusammen, den wir nicht mehr lieben und verbringen unsere Zeit mit Menschen, die uns runterziehen.

Was bereuen Sterbende am meisten?

Es gibt ein tolles Buch von Bronnie Ware, die acht Jahre als Palliativpflegerin arbeitete und Menschen in ihren letzten Wochen, Stunden und Minuten vor dem Tod begleitete. Was bereuen wir, wenn unser Leben zu Ende geht? Auf diese Frage hat sie versucht, Antworten zu finden, basierend auf Gesprächen, die sie mit sterbenden Menschen kurz vor deren Tod geführt hat. Das Ergebnis ist „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“, so auch der Titel des Buches. Was bei allen ganz oben auf der Liste der Versäumnisse stand: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten.“

Der reichste Ort der Welt

Weiß Du, was der reichste Ort der Welt ist? Es ist nicht Dubai, Sydney oder Monaco – es ist der Friedhof. Hier liegen Träume, die niemals erfüllt wurden. Investitionen, die niemals getätigt wurden. Bücher, die niemals geschrieben wurden. Unternehmen, die niemals gegründet wurden. Partnerschaften, die niemals eingegangen wurden. Worte, die niemals ausgesprochen wurden. Leben, die niemals gelebt wurden.
Wie willst Du diesen Planeten verlassen: Mit einem weinenden Auge und dem Gesichtsausdruck der Reue, weil Du Deine Träume niemals gelebt hast? Oder mit einem Lachen im Gesicht, weil Du ein einzigartiges und wunderbares Leben gehabt hast?
Es ist Deine Entscheidung.

Warum wir unsere Träume nicht leben

Warum machen wir in unserem Leben nicht das, was wir machen wollen?
Warum leben wir nicht unsere Träume?
Warum opfern wir unser Leben, um in ein künstlich geschaffenes Gesellschaftsbild zu passen?
Das sind Fragen, mit denen ich mich beschäftige. Neben einigen anderen Gründen gibt es für mich einen Hauptgrund, der heraussticht: Wir haben Angst zu scheitern. Wir leben nicht das Leben, das wir leben wollen, weil wir Angst haben zu scheitern. Wir schmeißen unsere Träume weg, aus der Unsicherheit heraus, es nicht zu schaffen, weil wir Angst haben zu scheitern. Wir wollen die Erwartungen anderer erfüllen, weil wir Angst haben, was sie über uns denken, wenn wir etwas nicht schaffen – wir haben Angst zu scheitern.
Ich finde das sehr traurig. Das Einzige, was zwischen den meisten Menschen und ihren großen Träumen steht, ist die Angst davor, sie nicht zu erreichen.

Misserfolg? Nein danke!

Als ich die Idee für mein neues Buch »FAIL GOOD – Die Kunst des Scheiterns« hatte und meinem Umfeld davon erzählt habe, waren die meisten Rückmeldungen identisch: „Markus, wie kannst Du nur über so etwas Schlimmes schreiben? Scheitern, Misserfolg – das will doch keiner lesen“. Ich konnte das nicht verstehen. Ich komme von klein auf aus der Sportwelt und habe früh gelernt, dass Verlieren Teil des Spiels ist. Wer gewinnen will, der muss verlieren. Vielmehr noch, wer wirklich gewinnen will, muss bereit sein, alles zu verlieren. Für mich ist es vom Kindesalter an normal, zu scheitern, und Sie können mir glauben, ich bin in meinem bisherigen Leben weitaus öfter gescheitert, als ich erfolgreich war. Nut mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Ich kann erfolgreich scheitern. Bei den meisten Menschen hat Scheitern allerdings nichts mit Normalität zu tun. Ganz im Gegenteil, es ist etwas, dass unter keinen Umständen passieren darf. Das ist totaler Quatsch, denn es wird passieren, wir werden scheitern. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann.

Jeder erfolgreiche Mensch ist gescheitert

Wir denken immer, die super-erfolgreichen Menschen scheitern nicht. Auch das ist ein Irrglaube. So gut wie jeder erfolgreiche Mensch ist zehnmal öfter gescheitert, als der Durchschnittsmensch. Aber das wollen wir nicht wahrhaben, denn wenn die Super-Erfolgreichen genauso scheitern wie wir, würde das bedeuten, dass es für uns auch möglich ist, so erfolgreich zu sein wie sie. Nun ja, es ist möglich. Für jeden von uns. Dafür müssen wir aber bereit sein, zu scheitern. Bevor wir das machen verstecken wir uns lieber unter dem Schutzmantel der Illusion, dass erfolgreiche Menschen nicht scheitern und das Glück stets mit ihnen ist.

Es ist egal, was passiert – wie wirst Du reagieren?

Zu scheitern gehörte auch nicht zu meinem Lebensplan – und ich bin oft gescheitert. Aber ich glaube, dass alles im Leben seinen Sinn hat, auch das Scheitern. Das Leben besteht nicht aus den Dingen, die uns passieren, es besteht aus den Dingen, die wir daraus machen. Der Autor Charles R. Swindoll bringt es ziemlich treffend auf den Punkt: „Leben ist zu 10 Prozent was passiert und zu 90 Prozent, wie wir reagieren.“ Jetzt mag der eine oder andere von Ihnen sagen, dass ihn genau diese 10 Prozent, nennen wir es einfach mal das „Ungewisse“, beängstigen. Ja, es macht mir auch Angst. Aber ist es nicht genau dieses Ungewisse, dieses Risiko nicht zu wissen, was schlussendlich dabei rauskommt, dass das Leben so interessant, bunt und spannend macht?

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