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Scheiß auf die Vergangenheit

Es gibt Situationen im Leben, die können wir auf unserem Weg nicht beeinflussen. Es sind Dinge, die einfach passieren, da können wir nichts gegen machen und wir werden vom Leben gezwungen damit zu leben. Es sind zumeist Situationen, wo wir noch nicht einmal eine zweite Chance bekommen. In solchen Situationen kommt es mehr denn je auf unsere innere Einstellung an. Zum Beispiel, wenn unser großer Traum platzt und wir so sehr auf diesen einen Traum fokussiert sind, dass wir keinen Sinn mehr in unserem Leben sehen. Daran können wir zerbrechen.

Der geplatzte Traum

Mein großer Traum war es Tennisprofi zu werden. Mit 16 Jahren spielte ich bereits in der höchsten Spielklasse der U18-Tennisspieler. Mit 17 habe ich mein erstes internationales Turnier gewonnen. Mit 18 fing meine Schulter an zu schmerzen. Mit 19 Jahren war klar, dass an eine professionelle Tenniskarriere ist nicht zu denken.
Was wäre, wenn die Schulter gehalten hätte?
Wäre ich dann Tennisprofi geworden?
Hätte ich Grand-Slam Turniere gewonnen?
Hätte ich mich mit den größten Spielern aller Zeiten, Roger Federer, Novak Djokovic und Rafael Nadal, messen können?
Ich kann Dir diese Fragen nicht beantworten. Leider kann ich mir selbst diese Fragen nicht beantworten – und glaube mir, diese Fragen drängen sich in regelmäßigen Abständen in meine Gedanken. Aber jedes Mal, wenn diese Fragen da sind, komme ich zu den gleichen Antworten. Denn ich weiß, was nicht gewesen wäre: Ich hätte nicht studiert, ich wäre nicht in der Sportlervermarktung gelandet und ich hätte auch nicht diese fantastischen Erfahrungen mit Spitzensportler anderer Sportarten gemacht. Ich würde auch nicht auf einer Bühne stehen und als Motivationsredner Vorträge halten und wahrscheinlich auch kein Buch schreiben.
Immer wieder, wenn ich mir das vor Augen halte, komme ich zu ein und derselben Erkenntnis: Zum Glück bin ich nie Tennisprofi geworden.

»Was wäre wenn« bringt Dich nicht weiter

Wir sehen immer nur das eine Ziel, das wir nicht erreicht haben, anstatt das viele zu sehen, das wir erreicht haben. „Ich habe das nicht und das nicht und das hätte ich auch gerne!“ „Wenn das früher bloß anders gelaufen wäre, dann…“ – ja, dann – ist es aber nicht, es ist nicht anders gelaufen. Wenn wir immer nur der Vergangenheit hinterhertrauern, verpassen wir die Gegenwart. Das Hier und Jetzt. Es geht sich doch nicht immer nur um das eine Ziel. Es geht sich um den Weg, den wir gehen. Es gewinnt nicht der Stärkste oder der Beste, es gewinnt immer der, der mit den Niederlagen am besten umgeht.

Nimm Deine Vergangenheit nicht als Maßstab für Deine Zukunft

Zu viele Menschen denken an das, was gestern war, heute hätte sein können und dementsprechend morgen niemals sein wird. Egal, ob es um geplatzte Träume, verpasste Chancen oder Fehlentscheidungen geht. Aber es ist egal, was gestern war. Genau genommen ist es egal, was vor ein paar Sekunden war, denn es ist Vergangenheit. Es existieren nur zwei Tage im Jahr, an denen Du nichts machen kannst. Der eine ist gestern, der andere morgen. Das Einzige, was wirklich zählt, ist das Hier und Jetzt. Genau da ist das Problem der breiten Massen. Schau Dir doch die Gespräche vieler Menschen einmal an. In der Mittagspause, beim Feierabend-Bier, auf Geburtstagsfeiern – einfach im alltäglichen Leben:
„Das Meeting heute Morgen ist richtig schlecht gelaufen, da hätte ich anders reagieren müssen…“
„Wenn ich früher nur etwas mehr Glück gehabt hätte, dann wäre ich jetzt ganz wo anders…“
„Ich muss heute Abend unbedingt noch einen Termin für morgen vorbereiten…“
„Nächste Woche habe ich ein wichtiges Meeting, ich bin ja jetzt schon nervös…“
Wir sind doch permanent nur mit unserer Vergangenheit oder unserer Zukunft beschäftigt. Nicht nur das, wir nehmen unsere Vergangenheit als Maßstab für unsere Zukunft. Viel schlimmer noch, viele Menschen nehmen ihre Vergangenheit als Rechtfertigung gar keine Zukunft zu haben.

Was zählt ist das Hier und Jetzt

Ich habe es zuletzt wieder in meinem Bekanntenkreis erlebt, als mir jemand erzählt hat, dass er in seiner letzten partnerschaftlichen Beziehung so sehr enttäuscht wurde, dass er in Zukunft darauf verzichten könne. Das Wort „Beziehung“ lässt sich als Metapher für alle anderen Bereiche des Lebens nehmen, es trifft auf die meisten Menschen zu.
Wenn Du schlechte Erfahrungen, Misserfolge aus der Vergangenheit oder Zukunftsängste als Grund nimmt etwas nicht zu machen, da kannst Du Dich genauso gut den ganzen Tag ins Bett legen, denn Du verpasst das Leben.
Wer so denkt, vergisst, was wirklich zählt im Leben: das Hier und Jetzt. Dieser Moment. Dieser Moment ist alles, was Du gerade in Deinem Leben hast. Dieser Moment ist alles, was grad in Deinem Leben zählt. Denn dieser Moment entscheidet über Deine Zukunft. Manchmal braucht es nur eine einzige Begegnung, eine einzige Person, einen einzigen Impuls oder einen einzigen Moment, der Dein ganzes Leben verändert. Aber die meisten Menschen verpassen diesen Moment, weil sie auf die falsche Zeit fokussiert sind.

Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt

Das gilt auch für Zukunftsfloskeln, wie „wenn ich in Rente bin, habe ich noch genug Zeit, zu reisen.“ Sind wir dann in Rente, machen wir es nicht und sagen uns Sätze wie „jetzt bin ich zu alt dafür.“ Wer auf den perfekten oder den richtigen Zeitpunkt wartet, der wird ihn verpassen, denn er wird nie kommen. Wir werden immer Gründe finden, warum jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist. Letztlich sind das nur Ausreden. Der richtige und perfekte Zeitpunkt ist immer jetzt – wenn wir die Möglichkeiten dazu haben. Aber Möglichkeiten lassen sich schaffen.

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