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DER.
WIRKSAME.
VORTRAG.

von Markus Czerner, Keynote Speaker und Speaker Trainer

Vortrag halten: 12 Tipps für einen gelungenen Vortrag

Das Sprechen vor Publikum ist heute eine wichtige Kernkompetenz: eine Kundenpräsentation hier, ein Vortrag im Team-Meeting dort. Aber wie genau hält man einen mitreißenden Vortrag?


Für viele Menschen ist allein der Gedanke daran, einen Vortrag halten zu müssen, gleichzusetzen mit einem Weltuntergang. Was ist, wenn ich mich verspreche? Wenn ich den roten Faden verliere? Und wie kann ich vor Publikum frei sprechen?

Einen freien Vortrag zu halten, ist eine oft unterschätzte Fähigkeit, ganz besonders, wenn man sich mit einem professionellen Keynote Speaker vergleicht. Zum einen ist es grundsätzlich eine große Herausforderung, vor anderen Menschen zu sprechen. Zum anderen ist es gar nicht so einfach, andere für eine Idee zu begeistern oder von etwas zu überzeugen.

Die gute Nachricht vorweg: Vieles davon können Sie sich selbst erarbeiten. Ein Speaker Training beschleunigt den Weg, notwendig ist es für den Anfang nicht. Freies Sprechen ist eine Fähigkeit, keine Begabung.

Auf dieser Seite finden Sie beides: den Aufbau eines Vortrags von der ersten Frage bis zum Schlusssatz und zwölf Tipps für die Wirkung im Raum.

Vortrag halten: Aufbau und Vorbereitung

Die meisten Tipps zum Vortrag halten setzen bei der Wirkung an, also bei Gestik, Stimme und Folien. Wer vor einem Auftritt steht, hat aber zuerst eine andere Frage: Was erzähle ich überhaupt, und in welcher Reihenfolge? Fünf Schritte führen vom leeren Blatt zum fertigen Vortrag.


Klären Sie zuerst das Ziel, nicht den Inhalt

Bevor Sie die erste Folie öffnen, beantworten Sie eine Frage: Was soll Ihr Publikum nach dem Vortrag anders sehen, wissen oder tun? Erst daraus ergibt sich, welche Inhalte hineingehören und welche nicht. Dazu kommt die Frage nach dem Anlass: Ein Vortrag im Team-Meeting braucht einen anderen Ton als eine Keynote vor dreihundert Gästen.

Der häufigste Fehler, den Markus Czerner in seinen Trainings sieht: Der Vortrag entsteht von der ersten Folie her, nicht vom Ziel her. Am Ende steht viel Material im Raum und keine klare Aussage.

Eine Kernbotschaft statt zehn Aussagen

Ein guter Vortrag trägt genau eine Botschaft, auf die alles einzahlt. Wer zehn Dinge sagen will, hinterlässt keine davon. Machen Sie die Probe mit einem Satz: Wenn Ihr Publikum morgen nur einen Satz erinnert, welcher soll es sein? Alles, was auf diesen Satz nicht einzahlt, können Sie streichen.

Die Gliederung aus Einstieg, Hauptteil und Schluss

Ein Vortrag braucht einen roten Faden, und der ist schlichter, als viele denken. Der Einstieg nimmt rund ein Zehntel der Zeit ein und hat eine Aufgabe: Aufmerksamkeit erzeugen und sagen, worum es geht. Der Hauptteil trägt den Inhalt, und drei Kapitel reichen fast immer. Mehr Kapitel bedeuten nicht mehr Inhalt, sondern weniger Orientierung. Der Schluss bündelt und bleibt hängen.

Der Schluss entscheidet, was hängen bleibt

Das Ende eines Vortrags erinnert das Publikum am längsten, und genau dort hören die meisten Vorträge einfach auf. „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ ist kein Schluss, sondern das Eingeständnis, keinen zu haben. Kommen Sie stattdessen auf Ihre Kernbotschaft zurück, schließen Sie den Bogen zu Ihrem Einstieg, oder geben Sie Ihrem Publikum eine Frage mit, über die es nachdenken soll.

Üben, ohne auswendig zu lernen

Schreiben Sie kein Manuskript, sondern einen Stichwortzettel. Sprechen Sie den Vortrag zwei- bis dreimal laut durch, nicht im Kopf, und messen Sie dabei die Zeit. Als grobe Orientierung gelten rund 100 bis 120 gesprochene Wörter pro Minute. Wer auswendig lernt, verliert bei der ersten Zwischenfrage den Faden. Wer die Struktur im Kopf hat, nicht.

Vortrag halten: die wichtigsten Tipps auf einen Blick

Die folgenden zwölf Punkte stehen weiter unten ausführlich. Sie müssen kein professioneller Top Speaker werden, um gute Vorträge zu halten.


Starker Einstieg

Die ersten Minuten entscheiden, ob man Ihnen zuhört.

Publikum einbinden

Gute Vorträge leben von Interaktion, nicht von Monologen.

Direkte Ansprache

Sprechen Sie Ihr Publikum an, nicht über es.

Gestik und Raum

Bewegen Sie sich, verstecken Sie sich nicht hinter dem Pult.

Blickkontakt

Holen Sie alle ab, auch die am Rand.

Wenige Folien

Die Präsentation unterstützt Sie, sie ersetzt Sie nicht.

In Bildern erzählen

Was wir uns merken, haben wir vor Augen gesehen.

Einfache Sprache

Nicht die komplizierteste Sprache zählt, sondern die Ihres Publikums.

Humor

Ein gemeinsames Lachen gewinnt mehr Sympathie als jede Folie.

Spontanität

Planen Sie die Richtung, nicht jedes Wort.

Mimik lesen

In den Gesichtern steht, wie Ihre Worte ankommen.

Authentisch statt perfekt

Den perfekten Vortrag gibt es nicht.

Die zwölf Tipps im Detail

Jeder kann einen Vortrag halten, der wirkt. Mit dieser Fähigkeit wird niemand geboren, sie lässt sich entwickeln. Die folgenden zwölf Punkte können Sie in Ihr Vortragstraining einbauen oder allein üben.


1. Starten Sie mit einem Einstieg, der Aufmerksamkeit erzeugt

Die ersten Minuten Ihres Vortrags entscheiden darüber, ob man Ihnen zuhört oder nicht. Starten Sie mit einem starken Einstieg, der die Aufmerksamkeit des Publikums sofort auf Sie zieht. Erzählen Sie etwas Interessantes, eine Geschichte oder einen überraschenden Fakt. Erlaubt ist alles, was zum Thema passt. Besonders eine emotionale oder lustige Geschichte bindet Ihre Zuhörer an Sie.

2. Binden Sie Ihr Publikum ein

Sie halten den Vortrag und alle anderen hören nur zu? Das können Sie so machen, aber richtig gut wird es nicht. Gute Vorträge leben von der Interaktion. Stellen Sie eine oder mehrere Fragen, lassen Sie das Publikum etwas tun oder treten Sie aktiv in den Dialog. Verabschieden Sie sich davon, hinter einem Rednerpult zu stehen und einen Text aufzusagen. So gewinnen Sie die Aufmerksamkeit des Publikums garantiert nicht.

3. Sprechen Sie Ihr Publikum direkt an

Sprechen Sie Ihr Publikum mit »Sie« oder »Du« an. Vermeiden Sie allgemeine Aussagen, die nur für Distanz zwischen Ihnen und Ihren Zuhörern sorgen. Eine direkte Ansprache schafft Vertrauen, und sie macht aus einem Publikum einzelne Menschen.

4. Arbeiten Sie mit Gestik und nutzen Sie den Raum

Einen Vortrag zu halten bedeutet nicht, in der Mitte des Raumes zu stehen und etwas zu erzählen. Das kennen Sie selbst: Der Redner ist langweilig. Arbeiten Sie mit Ihren Händen, nutzen Sie den Raum und bewegen Sie sich. Auch Ihre Mimik ist entscheidend. Ein schlechter Redner hält einen Vortrag, ein Top Redner lebt ihn durch Bühnenpräsenz.

Je präsenter Sie durch Mimik und Gestik wirken, desto mehr Präsenz räumt Ihnen auch das Publikum ein. Verstecken Sie sich nicht hinter einem Rednerpult, sondern füllen Sie den Raum. Sitzt ein Teil des Publikums rechts und ein Teil links, dann stehen Sie mal rechts, mal links und beziehen beide Seiten ein.

5. Halten Sie Blickkontakt

Das Wichtigste an Ihrem Vortrag ist Ihr Publikum. Machen Sie nicht den Fehler, sich von ihm abzuwenden. Viele Vortragende tun das: Sie schauen über die Köpfe der Zuhörer und starren die Wand am anderen Ende des Raumes an. Halten Sie Blickkontakt. Sollten Sie vor einer größeren Gruppe sprechen, dann holen Sie mit Ihren Blicken alle ab. Lassen Sie Ihren Blick schweifen und sprechen Sie in alle Richtungen.

6. Die Präsentation unterstützt Sie, sie ersetzt Sie nicht

Vollgepackte Folien, auf denen alle Inhalte des Vortrags stehen? Bitte nicht. Weniger ist mehr. Ihre Folien sind nur eine Unterstützung für die Zuhörer. Am besten eignen sich Bilder, die Ihr gesprochenes Wort visualisieren. Sind die Folien voller Text, hört Ihnen niemand mehr zu, weil alle mit Lesen beschäftigt sind. Sie als Vortragsredner stehen im Mittelpunkt.

Sie haben die Wahl: wenige Folien, und man hört Ihnen zu, oder viele Folien, und Ihr Publikum liest. Eine gute Präsentation kann sogar nur aus Bildern bestehen, alles andere lenkt ab. Bleiben Sie also der Devise »weniger ist mehr« treu, eine gute Regel für sehr gute Präsentationen.

7. Erzählen Sie in Bildern

Langweilen Sie Ihr Publikum nicht mit einem fachlichen Sachvortrag, der vollgepackt mit Informationen ist. Darauf hat niemand Lust. Versuchen Sie stattdessen, eine Geschichte zu erzählen, und arbeiten Sie mit bildhaften Beispielen. Lassen Sie in den Köpfen Ihrer Zuhörer Bilder entstehen. Das sorgt dafür, dass sich Ihr Publikum auch am nächsten Tag noch an Ihren Vortrag erinnert, und hält die Aufmerksamkeit hoch.

Sie wissen selbst: Es sind Bilder, die wir nicht mehr vergessen. Der Grund dafür ist klar: Unser Gehirn arbeitet mit Bildern. Deshalb vergessen wir auch schöne oder traurige Erlebnisse nicht, denn sie werden als Bilder abgespeichert. Je emotionaler diese sind, desto länger bleiben sie.

8. Sprechen Sie die Sprache Ihres Publikums

Langweilen Sie Ihr Publikum nicht mit Fachbegriffen, die man erst im Duden nachschauen muss. Nach dem zweiten unklaren Begriff hört man Ihnen nicht mehr zu. Auch komplizierte Themen lassen sich in einfachen Worten wiedergeben. Handelt es sich um einen Fachvortrag, sind Fachbegriffe natürlich erlaubt. Fragen Sie sich aber grundsätzlich: Kennt mein Publikum diese Begriffe? Sind Sie unsicher, dann lassen Sie sie weg.

Wir müssen bei Präsentationen nicht die komplizierteste Sprache sprechen, sondern die Sprache des Publikums. Beschäftigen Sie sich im Vorfeld damit, wo Ihre Zielgruppe herkommt und welches Vorwissen sie mitbringt. Man kann auch mit einem guten Vortrag an seiner Zielgruppe vorbeikommunizieren.

9. Lockern Sie mit Humor auf

Ein Vortrag kann schon einmal 60 bis 90 Minuten dauern. Lockern Sie das Geschehen ruhig mit einem Lacher auf. Bauen Sie etwas Lustiges ein oder machen Sie es spontan, je nachdem, wie geübt Sie sind. Unterschätzen Sie nicht die Wirkung eines gemeinsamen Lachens: So gewinnen Sie die Sympathie Ihrer Zuhörer. Verabschieden wir uns ruhig von dem Gedanken, dass die perfekte Präsentation aus einer geballten Ladung Wissen besteht. Wer lacht, ist glücklich, und wer glücklich ist, überträgt diese positiven Gefühle auf den Vortrag.

10. Planen Sie nicht jedes Wort durch

Alles nach Drehbuch, am besten den Vortrag auswendig lernen? In der Theorie mag das funktionieren, in der Praxis nicht. Natürlich sollten Sie eine inhaltliche Richtung im Kopf haben, aber planen Sie Ihren Vortrag nicht bis ins letzte gesprochene Wort durch. Erstens merkt das Ihr Publikum, und zweitens finden Sie nicht mehr in den Vortrag zurück, sollten Sie einmal unterbrochen werden. Sie können im Vorfeld nicht alles planen. Halten Sie sich daher die Möglichkeit für spontane Reaktionen offen.

11. Lesen Sie die Mimik Ihres Publikums

Wenn Sie die Mimik Ihres Publikums lesen können, ist das die halbe Miete für einen erfolgreichen Vortrag. Sie sehen in den Gesichtern Ihrer Zuhörer, wie das, was Sie sagen, auf sie wirkt. Sind sie nachdenklich? Sehen sie manche Dinge anders? Ist etwas unklar? All das steht in den Gesichtern Ihres Publikums. Sie müssen es nur lesen können.

Es ist bekannt, dass wir uns oft durch unsere Körpersprache verraten. Wer das erkennt, erhält wertvolle Hinweise darauf, wie das Gesprochene ankommt. Es braucht etwas Übung, aus Gestik und Mimik des Publikums Rückschlüsse auf die eigenen Worte zu ziehen, aber mit etwas Zeit und Training ist das möglich.

12. Bleiben Sie authentisch statt perfekt

Sie wollen beim Publikum fehlerfrei rüberkommen? Seien Sie lieber authentisch als fehlerfrei. Zuhörer wollen niemanden vorne stehen sehen, der in eine Rolle schlüpft. Wenn Sie als Redner verkrampft sind, färbt das zwangsläufig auf Ihr Publikum ab. Sie dürfen sich während Ihres Vortrags auch ruhig einmal versprechen, denn genau das ist authentisch. Sie sind keine Maschine, sondern ein Mensch.

Was uns oft nervös werden lässt, ist der eigene Anspruch, und der lautet allzu oft: Perfektion. Einen perfekten Vortrag gibt es aber nicht. Egal, wie oft Sie üben, Sie werden immer etwas vergessen oder einmal den roten Faden verlieren. Wer diesen Anspruch trotzdem hat, wird niemals zufrieden sein. Räumen Sie sich also Fehler ein und, was noch wichtiger ist, erlauben Sie sich, welche zu machen.

Vortrag halten: wann sich professionelle Hilfe lohnt

Freies Reden ist kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die man erwerben kann. Wer gezielt daran arbeiten will, hat je nach Anlass verschiedene Wege.


Steht der Aufbau eines konkreten Vortrags im Vordergrund, also Struktur, Verständlichkeit und der Umgang mit Rückfragen, ist ein Vortragstraining der passende Rahmen. Geht es um die Wirkung auf der Bühne, um Präsenz und Ausstrahlung, führt das Speaker Training weiter. Steht eine verdichtete Entscheidungsrunde im kleinen Kreis an, etwa vor Investoren oder einem Gremium, ist Pitch Training die richtige Adresse. Und wer über einen einzelnen Auftritt hinaus exklusiv im Einzelsetting arbeiten möchte, findet im Speaker Coaching den passenden Rahmen.

Manche Auftritte verzeihen keinen zweiten Versuch.

Wenn der nächste einer davon ist, lohnt sich gezielte Vorbereitung.

Vortrag halten: Wovor haben wir eigentlich Angst?

Viele Menschen bekommen schon Schweißausbrüche, wenn sie nur daran denken, einen Vortrag halten zu müssen. Das gilt nicht nur für unerfahrene Sprecher, sondern auch für erfahrene Redner, die unmittelbar vor ihrem Auftritt stehen, trotz jahrelanger Berufserfahrung. Warum ist das so, und kann ich etwas dagegen tun?


Die Angst vor dem Versagen

Die berühmte Angst vor einem Vortrag, vielleicht haben Sie sie auch schon einmal verspürt. Aber wovor haben wir eigentlich Angst? Nicht etwa davor, den roten Faden zu verlieren oder ins Stocken zu geraten, zumindest haben diese Ängste keine Priorität. Die meisten Menschen haben Angst, vor anderen zu versagen.

Kennen Sie das? Sie sind allein im Büro und gehen Ihren Vortrag noch einmal durch. Alles läuft rund: Sie haben den Text drin, sind entspannt und halten sogar die vorgegebenen 20 Minuten ein. Und dann stehen Sie vor dem Kunden und sind so nervös, dass der Vortrag zur Qual wird, obwohl Sie gut vorbereitet sind. Es ist die unbewusste Angst zu versagen. Wir malen uns in Gedanken aus, was andere über uns denken, sollten wir scheitern.

Angst vor Ablehnung?

Wer einen Vortrag halten muss und Angst hat, fürchtet sich in den meisten Fällen davor, vor anderen zu versagen. Dahinter steckt die Angst vor Ablehnung. Wenn wir uns das einmal vor Augen führen, können wir auch besser damit umgehen. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich: wie? Indem Sie sich von den Erwartungen anderer lösen. Natürlich wollen Sie eine gute Präsentation abliefern, aber in erster Linie für sich selbst. Wer seine Redeangst überwinden und selbstbewusst präsentieren möchte, sollte sich diesen Themen stellen. Genau daran wird in einem Vortragstraining gearbeitet, nicht an Techniken gegen die Nervosität, sondern an dem, was darunter liegt.

Vortrag halten: was in Ratgebern selten steht

Die Tipps oben stehen so oder ähnlich in vielen Ratgebern zum Vortrag halten. Die folgenden Beobachtungen stammen aus der eigenen Praxis, aus Auftritten seit 2012 und aus der Arbeit mit Menschen, die vor wichtigen Vorträgen stehen.


Der Raum entscheidet mit, bevor Sie sprechen

Markus Czerner ist zwei Stunden vor dem eigenen Auftritt im Saal, nicht hinter der Bühne. Er liest die Stimmung und sucht das Gespräch mit den ersten Gästen. Wer den Raum kennt und ein paar Gesichter darin, spricht später zu Bekannten statt zu einer Menge.

„Es wird schon nicht so schlimm" hilft niemandem

Der Satz stimmt sogar meistens. Nur interessiert er die Person, die gleich einen Vortrag halten muss und angespannt dasteht, in diesem Moment überhaupt nicht. Was hilft, sind eigene mentale Strategien, mit denen sich negative Gedanken und Anspannung so weit herunterregeln lassen, dass man leistungsfähig bleibt. Beruhigung von außen leistet das nicht.

Der Platz im Programm verändert den Vortrag

Derselbe Vortrag wirkt um neun Uhr morgens anders als um halb drei nach dem Mittagessen oder als letzter Programmpunkt vor der Abreise. Wer den eigenen Slot kennt, kann darauf reagieren: früh am Tag mit Tempo und Struktur, nach dem Essen mit mehr Interaktion und Bewegung, am Ende kürzer als geplant. Veranstalter sagen das selten von sich aus, man muss danach fragen.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Zeit schrumpft

Fast jedes Programm verrutscht. Der Vorredner überzieht, die Technik braucht fünf Minuten länger, die Begrüßung dauert. Aus 45 Minuten werden dann 35, und das erfährt man meist erst, wenn man schon vorne steht. Wer jetzt schneller spricht, verliert mehr als Zeit. Legen Sie sich vorher zwei Punkte zurecht, die Sie streichen können, ohne dass die Struktur bricht. Dann entscheiden Sie im Moment, statt sich durch den Vortrag zu hetzen.

Häufige Fragen zum Vortrag halten

Wer einen Vortrag halten muss, stellt sich meist dieselben Fragen. Die wichtigsten Antworten finden Sie hier auf einen Blick.


Ein guter Vortrag braucht drei Dinge: einen Einstieg, der sofort Aufmerksamkeit erzeugt, eine klare Botschaft statt möglichst vieler Informationen, und einen Redner, der nicht auswendig aufsagt, sondern spricht. Folien unterstützen, sie ersetzen Sie nicht. Wichtiger als Perfektion ist, dass Sie authentisch bleiben.

Eine gute Präsentation beginnt nicht bei den Folien, sondern beim Ziel: Was soll Ihr Publikum danach wissen oder tun? Daraus ergeben sich Kernbotschaft und Gliederung. Die Folien zeigen Bilder statt Textwüsten, und Sie sprechen die Sprache Ihrer Zuhörer. Eine Präsentation überzeugt durch Klarheit, nicht durch Menge.

Mit etwas, das Aufmerksamkeit erzeugt: einer kurzen Geschichte, einer Frage ans Publikum oder einem überraschenden Fakt. Vermeiden Sie den Standardeinstieg mit Begrüßung, Agenda und Vorstellung der eigenen Person. Sagen Sie zuerst, warum das Thema für Ihre Zuhörer wichtig ist, danach wer Sie sind.

Mit Struktur statt Wortlaut. Lernen Sie die Gliederung und drei bis fünf Stichworte je Kapitel, nicht ganze Sätze. Sprechen Sie den Vortrag zwei- bis dreimal laut durch. Wer die Richtung kennt, findet auch nach einer Zwischenfrage zurück. Wer Sätze auswendig lernt, nicht.

Nein, und es schadet sogar. Auswendig gelernte Vorträge klingen aufgesagt, und bei der kleinsten Unterbrechung reißt der Faden. Lernen Sie Ihren Einstieg und Ihren Schlusssatz wörtlich, das gibt Sicherheit am Anfang und am Ende. Alles dazwischen sprechen Sie frei.

Weniger, als die meisten verwenden. Eine Faustregel ist eine Folie pro zwei bis drei Minuten, entscheidend ist aber der Inhalt: eine Aussage pro Folie, möglichst als Bild. Sobald Ihr Publikum liest, hört es Ihnen nicht mehr zu. Ein Vortrag funktioniert auch ganz ohne Folien.

Vorbereitung, die den Ablauf sicher macht, und eine mentale Strategie für den Moment davor. Hilfreich ist, früh im Raum zu sein und mit ersten Gästen zu sprechen, dann sprechen Sie später zu bekannten Gesichtern. Gut gemeinte Beruhigung von außen bringt dagegen wenig.

So lange, wie der Inhalt trägt, und meist kürzer als geplant. Eine Keynote liegt üblicherweise bei 45 bis 90 Minuten, ein Impuls bei 20 bis 30 Minuten, ein Beitrag im Meeting oft bei zehn. Überziehen verzeiht ein Publikum selten, früher fertig zu sein dagegen immer.

Über den Autor


Markus Czerner steht seit 2012 auf Bühnen und ist seitdem in sechs Ländern aufgetreten, mittlerweile über 500 Mal. Seit 2016 trainiert er Führungskräfte und Redner für ihre eigenen Auftritte. Er ist Autor von sieben Büchern, zwei davon Bestseller.

Motivationscoach Markus Czerner im Coaching-Gespräch mit einer Führungskraft Motivationscoach Markus Czerner im Coaching-Gespräch mit einer Führungskraft

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