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Ist der Keynote Speaker der Zukunft digital?

Die Corona-Pandemie hat die Welt verändert, so auch die Business-Welt. Viele Unternehmen, aber auch ganze Branchen sind von Covid-19 und den daraus resultierenden Schutzmaßnahmen stark getroffen und stehen stellenweise vor dem Ruin. Das gilt auch für die die Veranstaltungsbranche und alle damit zusammenhängende Dienstleister.

Unternehmen haben in den letzten sechs Monaten mehr Digitalisierung geschafft, als in den letzten 10 Jahren, was teilweise auch nötig war. Eben solche Unternehmen merken auf einmal, dass sie auch in einer digitalen Welt funktionieren können. Alles, was vorher in Präsenz gemacht wurde, wird jetzt online gemacht. Home-Office für die Mitarbeiter, Online-Meetings über Zoom und Co. an Stelle von Geschäftsreisen, Online-Präsentation vor den Kunden – alles ist möglich. Auch Veranstaltungen finden online statt und dabei werden sogar Kosten eingespart. Keine Event-Location, kein Catering und keine Reisekosten für Mitarbeiter und Kooperationspartner – alles das macht sich in den Kalkulationen positiv bemerkbar. Sogar Keynote Speaker halten ihre Vorträge online. Ein Konzept für die Zukunft?

Was macht eigentlich ein Keynote Speaker?

Werfen wir doch zunächst einmal einen Blick darauf, was ein Keynote Speaker, auch Redner genannt, eigentlich für eine Funktion hat. Ein Keynote Speaker begeistert für ein bestimmtes Thema und nimmt sein Publikum mit auf eine Reise. Er erzeugt Emotionen und legt oftmals den Grundstein für Veränderungen. Er setzt Impulse und konfrontiert sein Publikum mit einem neuen Thema. Genauso sorgt er aber auch für Unterhaltung. Ein Impulsvortrag ist immer auch ein Stück Unterhaltung, nur halt mit inhaltlichem Mehrwert. Edutainment quasi.

Besonders Event- und Kongressveranstalter greifen auf Keynote Speaker zurück, die sehr häufig das Abschlusshighlight einer Veranstaltung oder eines Kongresses darstellen. Aber auch Unternehmen greifen für Mitarbeiterveranstaltungen, Events rund um die Personalentwicklung oder auch für Jahresauftaktveranstaltungen und Kickoffs auf externe Redner, meist Motivationsredner, zurück. Doch die Zeiten haben sich geändert: aktuell findet fast alles online statt, sodass es fast nur noch digitale Keynotes gibt. Doch geht das? Hat eine Online-Keynote die gleiche Wirkung, wie offline?

Konzept »Keynote Speaker« funktioniert nicht digital

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Pandemie ihre Spuren im Veranstaltungsmarkt hinterlassen wird. Ich gehe sogar soweit zu sagen: Die Branche wird nie mehr so sein, wie sie einmal war. Mit Sicherheit werden viele Veranstaltungen in Zukunft online durchgeführt, auch wenn Corona überstanden ist und der Virus keine direkte Gefahr mehr darstellt. Sollte das der Fall sein, werden dann auch Keynotes nur noch online gehalten?
Ich hoffe nein! Falls doch, sage ich Ihnen ganz offen und ehrlich, dass ich meinen Traum „Keynote Speaker“ nicht mehr leben kann, denn er funktioniert online nicht. Natürlich kann ich die Webcam einschalten, mich in die Mitte des Büros stellen und einen Vortrag halten. Der Inhalt wird genauso eine hohe Qualität haben, wie sonst auch. Und doch liegen Welten dazwischen.

Ein Vortragsredner lebt von der Präsenz. Es sind nicht nur die Worte, die man sagt. Es ist die Art und Weise, wie man diese Worte rüberbringt. Wie man sich auf der Bühne bewegt, seine Körpersprache bewusst einsetzt, um sein Publikum zu erreichen. Ein guter Keynote Speaker spielt mit den Emotionen des Publikums – nur dafür muss man sein Publikum sehen. Man muss den Menschen ins Gesicht schauen können, um zu erkennen, was man mit seinen Worten bewirkt. Sind die Zuhörer nachdenklich? Erstaunt? Lachen Sie? Können Sie sich mit mir identifizieren? Alles das saugt ein Speaker während seines Auftrittes auf und reagiert live auf der Bühne darauf.

Es ist unmöglich bei Online-Veranstaltungen die Stimmung des Publikums zu spüren. Es ist unmöglich, die Emotionen der Zuhörerinnen und Zuhörer zu sehen und zu erleben. Und genau das muss ein gutes Keynote Speaker machen.

Gespräche, Austausch und Networking dürfen nicht vergessen werden

Aber nicht nur das: die Zuhörerinnen und Zuhörer wollen sich nach einem Keynote Vortrag mit dem Speaker austauschen. Sie wollen Gespräche führen, Fragen stellen und diskutieren. Auch das gehört zu einem Keynote Auftritt dazu. Natürlich können in einer digitalen Veranstaltungswelt Fragen gestellt werden, aber der persönliche Kontakt geht verloren. Jeder von Ihnen, der mit Ihnen unbekannten Personen schon einmal ein Online-Gespräch hatte, weiß, wie viel Distanz in diesen Gesprächen steckt. Es ist kein Vergleicht zu einer face to face-Kommunikation, wo wir unserem Gegenüber direkt in die Augen schauen können.

Daher passt ein Keynote Speaker nicht in digitale Formate, zumindest nicht für immer. Für eine gewisse Zeit, quasi als Notlösung ist das zu machen – und es wird aktuell auch gemacht. Auf Dauer verliert ein Keynote Speaker dadurch allerdings seine Strahlkraft und sein Wirken, so dass er nicht mehr gebraucht wird.

Können Unternehmen und Kongressveranstalter auf Keynote Speaker verzichten?

Die Antwort ist ganz klar: ja! Natürlich kommen Unternehmensveranstaltungen, Kongresse und Konferenzen ohne einen Keynote Speaker aus. Die Frage ist vielmehr: Wollen Unternehmen und Co. ohne einen Keynote Speaker auskommen? Die meisten wahrscheinlich nicht, sonst gäbe es den Rednermarkt so in der Form nicht, wie es ihnen gibt. Ein Keynote Speaker liefert eindeutige Mehrwerte. Er inspiriert. Er begeistert. Er nimmt das Publikum mit auf eine emotionale Reise. Er geht auf das Publikum ein. Er ist das Gegenteil eines Fach-Referenten, der hauptsächlich Inhalte in Form eines Fachvortrags vermittelt. Eine Keynote Speech ist eine Art »break out«, wo unbewusst Veränderungsprozesse eingeleitet werden. Es werden Impulse gesetzt, die nicht am nächsten Tag wieder vergessen sind. Das Publikum wird oftmals inspiriert, neue Wege zu gehen. Es werden Reize gesetzt, die ein Unternehmen selbst bei seinen Mitarbeitern nicht setzen kann, die aber nötig sind. Zu guter Letzt lässt ein guter Keynote Speaker sein Publikum mit einem guten Gefühl, top motiviert oder positiv nachdenklich nach Hause gehen.

Mein persönliches Fazit

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Unternehmen, Event-, Kongress- und Konferenzveranstalter in Zukunft auf die zuvor genannten Aspekte verzichten wollen. Denn am Ende geht es sich immer darum, einzigartige Momente zu schaffen, die einem in Erinnerung bleiben. Für genau diese Momente sorgt ein Keynote Speaker. Digital ist das so in der Form nicht möglich. Das werden auch diejenigen erkennen, die anderer Meinung sind. Damit sage ich auch nicht, dass digitale Veranstaltungskonzepte keine Zukunft haben. Auch nicht, dass Speaker ihre Keynote nicht online halten werden. Der Markt wird sich verändern und somit werden sich auch die Redner verändern müssen.

Sollte es jedoch kaum mehr Präsenzveranstaltungen geben, wird der Keynote Speaker an Attraktivität verlieren. Und sicher spreche ich vielen Speakern aus dem Herzen, wenn ich sage: Wer einmal das Gefühl erlebt hat auf einer Bühne zu stehen, vor hunderten Menschen zu sprechen und den Applaus des Publikums nach dem Auftritt aufgesogen hat, der wird das auf Dauer nicht über eine Webcam machen wollen. Es bleibt also zu hoffen, dass wir wieder zu Präsenz-Veranstaltungen zurückkehren, denn sie sind mit den nötigen Hygiene- und Sicherheitskonzepten durchaus zu realisieren.

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