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Redner anmoderieren: Was eine gute Anmoderation ausmacht

Wer einen Redner anmoderiert, legt fest, mit welcher Erwartung das Publikum zuhört. Eine gute Anmoderation ist kurz, locker, authentisch und stimmt. Sie umfasst meist nur wenige Sätze, und trotzdem hängt viel an ihr: Sie verbindet den Anlass mit dem Menschen, der gleich auf die Bühne kommt. Wer sie nebenbei erledigt, verschenkt den Übergang, auf dem der Vortrag aufbaut.

Was ist die Aufgabe einer Anmoderation?

Die Anmoderation verbindet den Anlass mit dem Redner. Sie sagt dem Publikum, wer gleich spricht, warum diese Person heute hier ist und was das mit der Veranstaltung zu tun hat. Damit schafft sie den Rahmen, in dem der Vortrag beginnt.

Für einen Redner ist dieser Rahmen wertvoll. Das Publikum kommt aus einem anderen Programmpunkt, einer Pause oder einem Gespräch, und die Anmoderation holt seine Aufmerksamkeit in den Raum zurück. Je klarer sie ist, desto leichter fällt der Einstieg in den Vortrag.

Woher kommt der Text für die Anmoderation?

Der Text für die Anmoderation kommt am besten vom Redner selbst. Ich schicke Veranstaltern vorab einen Anmoderationstext, den der Moderator oder Gastgeber verwenden kann. So stehen die Angaben zu meiner Person richtig drin, und der Text ist für das gesprochene Wort geschrieben.

Manchmal gibt es statt eines Textes einen kurzen Call mit dem Moderator. Auch das ist eine gute Lösung, weil wir dabei abstimmen können, wie er mich einführt und welche Brücke er zum Anlass schlägt. Andere Moderatoren nehmen sich einfach etwas von der Website. Eine Website ist allerdings zum Lesen geschrieben und richtet sich an Menschen, die einen Redner buchen wollen. Für eine Anmoderation braucht es dagegen wenige Sätze, die sich gut sprechen lassen und das Publikum im Saal erreichen.

Was passiert, wenn in der Anmoderation falsche Dinge erzählt werden?

Falsche Angaben in der Anmoderation kommen vor, und sie fallen auf den Redner zurück. Manchmal werden Dinge erzählt, die so nicht stimmen, etwa weil Stationen aus dem Werdegang verwechselt oder größer gemacht werden, als sie waren. Das Publikum kann das nicht unterscheiden. Es hört die Angaben zum ersten Mal und verbindet sie mit der Person, die gleich auf der Bühne steht.

Für einen Redner, der aus eigener Erfahrung spricht, ist das heikel. Seine Glaubwürdigkeit beruht darauf, dass seine Geschichte stimmt. Wird sie in der Anmoderation falsch erzählt, beginnt der Vortrag mit einem Widerspruch, den im Saal nur der Redner kennt. Ein abgestimmter Text verhindert das am zuverlässigsten.

Was macht eine gute Anmoderation aus?

Eine gute Anmoderation ist locker, authentisch und kurz. Locker heißt, dass sie wie gesprochen klingt und nicht wie abgelesen. Authentisch heißt, dass der Moderator oder Gastgeber in seinen eigenen Worten spricht und einen echten Bezug zum Anlass herstellt. Kurz heißt, dass sie dem Redner die Bühne überlässt, statt den Vortrag vorwegzunehmen.

Gerade bei einem Gastredner, den das Publikum noch nicht kennt, kommt es auf diese wenigen Sätze an. Sie entscheiden, ob die Zuhörer neugierig werden.

Das gehört in eine Anmoderation:

  • der Name des Redners, richtig ausgesprochen
  • ein bis zwei Sätze zur Person, die zum Anlass passen
  • das Thema des Vortrags
  • der Bezug zur Veranstaltung

Das gehört nicht hinein:

  • der vollständige Lebenslauf
  • Inhalte oder Pointen aus dem Vortrag
  • Angaben, die nicht mit dem Redner abgestimmt sind
  • Wer sollte einen Redner anmoderieren?

Einen Redner kann ein professioneller Moderator ebenso anmoderieren wie der Vorstand oder Gastgeber selbst. Dass die Geschäftsführung die Anmoderation übernimmt, kommt häufig vor und ist völlig ausreichend. Ein eigener Moderator ist dafür nicht nötig.

Wichtiger als die Frage, wer anmoderiert, ist die Vorbereitung. Ein Vorstand, der den abgestimmten Text in eigenen Worten spricht, führt einen Redner genauso gut ein wie ein erfahrener Moderator. Entscheidend ist, dass die Angaben stimmen und der Übergang kurz bleibt.

Fazit

Eine Anmoderation dauert nur einen Augenblick, aber sie bereitet den Boden für alles, was folgt. Ein abgestimmter Text oder ein kurzer Call mit dem Moderator genügen, damit sie gelingt. Locker, authentisch und kurz: Mehr braucht es nicht. Eine gute Anmoderation ist nicht der vorgelesene Lebenslauf eines Redners, sondern die Einladung, ihm zuzuhören.