Intrinsische Motivation: Antrieb, der von innen kommt
Intrinsische Motivation ist der Antrieb, der aus einem selbst entsteht. Menschen handeln dann aus Interesse, Freude oder Überzeugung und nicht, weil eine Belohnung lockt. Warum dieser Unterschied im Arbeitsalltag so viel ausmacht, erlebt Keynote Speaker für Motivation Markus Czerner seit 2012 auf Unternehmensbühnen.
Inhaltsverzeichnis
Im Berufsleben entscheidet genau das darüber, ob Menschen ihre Arbeit nur erledigen oder sie wirklich gestalten. Anordnen lässt sich dieser Antrieb nicht, weder bei sich selbst noch bei anderen. Beeinflussen lässt sich aber das, woraus er entsteht.
So steigern Sie Ihre intrinsische Motivation
Den eigenen inneren Antrieb zu finden, gelingt nicht auf Kommando. Sechs Ansätze haben sich bewährt.
Geben Sie Ihrem Tun einen Sinn
Suchen Sie in dem, was Sie tun, einen Sinn, oder geben Sie ihm einen. Wie bringt Sie das, was gerade ansteht, Ihrem größeren Ziel näher?
Finden Sie Ihr Warum
Warum tun Sie das, was Sie tun? Was ist Ihr Grund, morgens aufzustehen? Je klarer dieses Warum ist, desto weniger brauchen Sie Motivation von außen.
Prüfen Sie, ob es wirklich Ihr Ziel ist
Viele verfolgen Ziele, die andere für sie gesetzt haben. Fragen Sie sich ehrlich, ob Sie dieses Ziel selbst gewählt haben. Ein fremdes Ziel erzeugt keinen eigenen Antrieb.
Gehen Sie Ihrer Leidenschaft nach
Finden Sie heraus, was Sie wirklich gerne tun, und richten Sie möglichst viel davon in Ihrem Alltag ein. Wo Freude an der Sache besteht, stellt sich die Frage nach Motivation selten.
Genießen Sie den Weg zum Ziel
Es geht nicht allein um das Ergebnis, sondern um den Weg dorthin. Wer diesen Weg schätzt, bleibt auch dann dabei, wenn ein Rückschlag kommt.
Rechnen Sie mit den schlechten Tagen
Auch der stärkste innere Antrieb trägt nicht jeden Tag. Legen Sie sich feste Gewohnheiten zu, die auch ohne Motivation funktionieren. Genau an diesen Tagen entscheidet sich, ob aus einem Vorsatz ein Ergebnis wird.
Markus Czerner über Motivation und Disziplin
Der Zusammenschnitt eines Live-Auftritts zeigt, warum Motivation allein nicht reicht und was an den Tagen trägt, an denen sie fehlt. Acht Minuten von der Bühne. Als Motivationsredner spricht Markus Czerner seit 2012 über genau diese Unterscheidung.
Was ist intrinsische Motivation? Definition und Abgrenzung
Unter intrinsischer Motivation versteht man den inneren, aus sich selbst stammenden Antrieb. Gemeint sind Tätigkeiten, die uns Freude machen, uns interessieren, uns herausfordern und in denen wir einen Sinn sehen. Der Antrieb entsteht dabei aus der Tätigkeit selbst, nicht aus dem, was danach kommt.
Viele Menschen suchen bei nachlassendem Antrieb zuerst nach äußeren Motivationsquellen. Eine Belohnung hier, ein Anreiz dort, und das Motivationsniveau steigt. Kurzfristig funktioniert das, langfristig entsteht daraus eine Abhängigkeit: Gehandelt wird nur noch, wenn eine Belohnung in Aussicht steht. In der Fachsprache heißt dieses Prinzip extrinsische Motivation.
Intrinsische und extrinsische Motivation im Vergleich
Beide Formen wirken, aber unterschiedlich lange. Extrinsische Motivation arbeitet mit Anreizen von außen, etwa Geld, Prämien, Noten oder Anerkennung. Sie wirkt schnell und lässt ebenso schnell nach, weil der Anreiz sich abnutzt: Was gestern besonders war, ist heute selbstverständlich.
Intrinsische Motivation braucht länger, bis sie entsteht, hält dafür aber ohne äußeren Anstoß. Im Alltag treten beide Formen gemischt auf. Niemand ist bei allem, was er tut, aus sich heraus motiviert, und das ist auch nicht das Ziel.
Beispiele für intrinsische Motivation
Wer Sport liebt, muss sich nicht dazu überwinden, ihn auszuüben, der Antrieb ist einfach da. Wer gerne kocht, braucht keinen Anlass dafür. Viele Selbstständige arbeiten am Wochenende, ohne es als Verzicht zu empfinden, weil sie das tun, was sie ohnehin tun wollen.
Umgekehrt lässt sich daran auch erkennen, wo der Antrieb fehlt. Viele Schüler haben Mühe mit der Lernmotivation, weil sie für gute Noten lernen oder um Lehrer und Eltern zufriedenzustellen. Das Ziel gehört dann jemand anderem, und innerer Antrieb kann so nicht entstehen.
Warum Motivation nur ein Symptom ist
Wer nach intrinsischer Motivation sucht, sucht meist nach einem Weg, sich besser aufzuraffen. Markus Czerner dreht die Frage um. Für ihn ist Motivation nur ein Symptom, die eigentliche Ursache liegt im Warum: Wer weiß, wofür er etwas tut, muss sich nicht motivieren, sondern handelt ohnehin.
Daraus folgt eine Unterscheidung, die in der Praxis oft übersehen wird. Am Anfang steht immer ein Ziel, und die entscheidende Frage lautet, warum genau dieses Ziel erreicht werden soll. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob jemand glaubt, ein Ziel zu haben, oder wirklich eines hat, das ihn trägt. Fehlender Antrieb ist deshalb häufig ein Zeichen für das falsche Ziel.
Zur ehrlichen Antwort gehört noch etwas. Auch wer aus sich heraus motiviert ist, hat Tage ohne Antrieb. Motivation bringt einen an den Start, über das Ergebnis entscheidet danach die Disziplin. Niemand ist dauerhaft motiviert, das ist gar nicht vorgesehen.
Intrinsische Motivation am Arbeitsplatz
Sind Mitarbeiter aus sich heraus motiviert, profitieren Unternehmen und Menschen gleichermaßen. Wie stark dieser Antrieb ausgeprägt ist, hängt weniger vom Einzelnen ab als von der Unternehmenskultur. Fehlende Mitarbeitermotivation gehört zu den teuersten stillen Problemen in Organisationen.
Intrinsische Motivation bei Mitarbeitern fördern
- Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern den Sinn ihrer täglichen Arbeit
- Geben Sie Entscheidungsspielraum und lassen Sie eigenverantwortliches Handeln zu
- Ermöglichen Sie Weiterbildung und persönliche Entwicklung
- Schaffen Sie ein Arbeitsklima, in dem Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert
- Sorgen Sie für Führung, die Orientierung gibt und Entscheidungen trifft
- Zeigen Sie echtes Interesse an den Menschen, mit denen Sie arbeiten
Motivation, die über den Tag hinaus trägt
Markus Czerner arbeitet mit Unternehmen, die sich genau diese Fragen stellen. Als Motivationsredner spricht er dabei weniger über Techniken als über die Haltung, aus der Antrieb entsteht.
Buchtipp: Der Weg zu intrinsischer Motivation
Wie sich ein eigenes Warum finden lässt und was es braucht, um auch nach Rückschlägen weiterzumachen, beschreibt Markus Czerner ausführlich in seinem Buch.
Über den Autor: Markus Czerner
Markus Czerner ist Keynote Speaker für Motivation und spricht seit 2012 vor Unternehmen, mit über 500 Auftritten in sechs Ländern. Das founders Magazin zählt ihn zu »einem der besten Vortragsredner im deutschsprachigen Raum«, das Erfolg Magazin zu den 500 bedeutendsten Persönlichkeiten der Erfolgswelt.
Seine Sicht auf Motivation stammt aus eigener Erfahrung: Drei Mal hat er alles verloren und jedes Mal neu begonnen. Daraus stammt auch seine Überzeugung, dass Antrieb im eigenen Warum beginnt und sich von außen nicht verordnen lässt. Er ist Autor von sieben Büchern, zwei davon Bestseller.